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Geschrieben von Autismus-Kultur
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Montag, 14 Juli 2008 |
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Wir haben uns sehr gefreut, als wir entdeckt haben, dass Autismus-Kultur bei den Superblogs08 in der Kategorie Politik und Kultur nominiert ist. Ernsthafte Gewinnchancen sehen wir zwar nicht, dafür ist Autismus zu sehr ein Nischenthema. Aber vielleicht wird das Thema Autismus und unsere Sichtweisen dazu ein bisschen bekannter. Wir haben uns über jeden gefreut, der für uns abgestimmt hat. Danke! |
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Geschrieben von enfant terrible
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Montag, 23 Juni 2008 |
Mit diesem unglücklichen Titel erschien die deutsche Übersetzung von "Elijah's Cup. A Family Journey into the Community and Culture of High-Functioning Autism and Asperger's Syndrome". Elijas Mutter schildert in diesem Buch ihre Reise, die mit den epileptischen Anfällen ihres zweijährigen Sohnes begann. "Er lernt einfach spät sprechen", sagte die Mutter. "Starke Sprachentwicklungsverzögerungen", sagten die Ärzt_innen. "Mit Elija stimmt etwas nicht!", brüllte der Schwiegervater. Um status epilepticus zu verhindern, bekommt Elija Phenobarbital und wird zu einem medizinischen Fall. Während die Ehe von Elijas Eltern zerbricht, tritt ein neuer Mensch in das Leben der Familie: Sharron, Künstlerin und Kinderfrau, die in einem Kleinbus auf einem Parkplatz wohnt. "Ach, Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Er ist nur autistisch" - sagt sie gleich zu Anfang über Elija. Kurze Zeit später bekommt Elija eine Autismus-Diagnose, und Sharron auch.
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Geschrieben von enfant terrible
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Freitag, 20 Juni 2008 |
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In Autismus-Foren und allgemein in Diskussionen rund um Behinderung spukt diese eigentümliche These, dass Autist_innen bzw. Behinderte froh und dankbar sein sollen, heute zu leben. Denn heutzutage sei man so "human", "Behinderte am Leben zu erhalten". In keinem anderen Zeitalter habe eine Gesellschaft ihre "lebensunfähigen" Mitglieder durchgefüttert. Im Gegenteil: man habe sie getötet oder sterben lassen. Zur Begründung gibt's Gemeinplätze über "das Altertum", wo angeblich schwächere Babys systematisch getötet wurden. "Human" heißt hier so viel wie barmherzig, großzügig und duldsam, und aus "behindert" wird kurzerhand "lebensunfähig" gemacht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Existenz Behinderter als eine schwere Last dar, die sich eine Gesellschaft ohne jeden Nutzen aufbürdet - sie duldet "sie" quasi aus reinster Barmherzigkeit und Großzügigkeit und offenbart damit ihre ethische Überlegenheit. Dieses Konstrukt basiert jedoch auf grundsätzlich falschen Annahmen: |
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Geschrieben von enfant terrible
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Donnerstag, 19 Juni 2008 |
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Nicht-autistischen Menschen wird - im Gegensatz zu autistischen - nachgesagt, dass sie sich in andere gut hineinversetzen können, dass sie wissen, was ihr Gegenüber denkt und fühlt, und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Wenn so etwas behauptet wird, fehlt in der Regel ein Hinweis auf die Voraussetzung für dieses Verhalten: Solange das Gegenüber "normal" ist.
Und wenn nicht? |
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