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Nach der Sommerpause: wie geht es weiter?

Geschrieben von enfant terrible, frederik und der roten zora   
Montag, 04 August 2008

Der Autistic Pride Day ist schon einige Wochen her, doch Autismus-Kultur hat eine Sommerpause eingelegt. Hinter den Kulissen wurde aber viel diskutiert und gearbeitet - doch der Reihenfolge nach: Am Autistic Pride Day im Juni traf das Team von Autismus-Kultur und Freunde am frühen Nachmittag zu einem Workshop. Was haben wir bisher erreicht? Und wie machen wir weiter?

Workshop

Das Projekt Autismus-Kultur hat inzwischen klare Formen angenommen und erfreut sich mittlerweile einiger Bekanntheit. Nachfragen aus Wissenschaft und Politik, Zusammenarbeit mit den Medien, Austausch mit Behindertenrechtler_innen und Kontakt zur internationalen Autist_innen-Szene - wir sind auf einem guten Weg. Sehr überrascht und erfreut sind wir darüber, dass wir auch von einigen Eltern positives Feedback bekommen und ein konstruktiver Dialog entsteht.

(An dieser Stelle eine Entschuldigung an all diejenigen, denen wir (noch) nicht antworten konnten.)

Wir waren auf dem Treffen uns einig, dass wir viel mehr machen wollen: Mehr (Über)lebenshilfe für den Alltag, mehr politische Mitsprache, mehr Spaß. Wir haben es nicht nötig, uns beliebt zu machen oder uns bei Organisationen anzubiedern, deren Tätigkeit wir kritisch sehen. Wir wollen mit Argumenten überzeugen und unsere Unabhängigkeit bewahren.

Diskussion
Die wissenschaftliche und theoretische Auseinandersetzung mit Autismus, "Behinderung" und ähnlichen Themen wird weiterhin einen großen Stellenwert haben. Einige Themen brennen uns ganz besonders unter den Nägeln, aber darüber beizeiten mehr. Klar ist jedenfalls, dass wir häufiger Artikel und demnächst auch regelmäßig Kurznachrichten veröffentlichen wollen.

Bei unserem Autistic Pride Day Treffen hatten ein paar Leute die Idee, gemeinsam zu verreisen - und waren in den folgenden Wochen in Südfrankreich an Tarn, Hérault und Ardèche unterwegs. Inzwischen sind sie wieder da und haben viele neue Ideen mitgebracht.

Unterwegs
Wir waren uns einig, die Fehler anderer Organisationen nicht zu wiederholen: statt Autist_innen in derzeitige Standard-Vereinsstrukturen zu pressen, wagen wir lieber den Versuch, autistische Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Das heißt: Bürokratie lähmt, macht unflexibel und kostet wertvolle Energie. Wir verzichten auch weiterhin auf eine formale Mitgliedschaft und entwickeln uns lieber als Netzwerk von Aktivist_innen weiter.

Den Abend ließen wir am Lagerfeuer ausklingen. Es war ein wunderschöner Autistic Pride Day, aus dem heraus einiges entstanden ist: Freundschaften, eine gemeinsame Reise und Ideen für neue Themen und Projekte. Und jetzt wartet viel Arbeit auf uns.

Lagerfeuer