Vielleicht hat ja alles einen etwas ungünstigen Verlauf genommen, als man damit anfing, Autisten als behindert zu bezeichnen.
Wenn etwas erst einmal einen Namen hat …
Eine andere Sicht auf Autismus … (more…)
Autismus-Kultur ist ein Netzwerk von Personen, die sich wissenschaftlich und politisch mit Autismus (einschließlich Asperger-Syndrom) befassen. Wir bieten fundierte Informationen über Autismus und arbeiten für eine bessere Welt für Menschen im Autismus-Spektrum – selbstbestimmt und barrierefrei. Mehr…
31. 07. 2011 | Lou
Vielleicht hat ja alles einen etwas ungünstigen Verlauf genommen, als man damit anfing, Autisten als behindert zu bezeichnen.
Wenn etwas erst einmal einen Namen hat …
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23. 11. 2010 | Colin Müller, M.A.
Viele Autist_innen weisen darauf hin, dass sie anders wahrnehmen als andere Leute, genauer gesagt, dass ihre Wahrnehmungsverarbeitung anders funktioniert. Sie sind bestimmten Geräuschen, visuellen oder taktilen Reizen gegenüber empfindlicher oder unempfindlicher sind als andere Leute. Diese Empfindlichkeiten sind bei jeder Person individuell. Es ist für Eltern und Lehrkräfte wichtig, die jeweiligen Empfindlichkeiten ihres Kindes zu kennen, um sein Verhalten besser zu verstehen und um zu wissen, über welche Sinneskanäle das Kind gerade Informationen aufnehmen kann.
04. 11. 2010 | Colin Müller, M.A.
Seit es das Konzept “Autismus” gibt, versuchen Forscher_innen herauszufinden, wie hoch die Prävalenz, d.h. die Häufigkeit von Autismus ist. Von den 60ern bis ca. Mitte der 80er Jahre wurde die Häufigkeit von Autismus in verschiedenen Studien auf 2-5 Autist_innen auf 10.000 Personen geschätzt. Ende der 80er Jahre wurde die Definition von Autismus ausgeweitet: das Asperger-Syndrom sowie “PDD-NOS” (aka atypischer Autismus) kam ins Spiel. Dadurch bekamen mehr Personen Diagnosen aus dem Autismus-Spektrum. (more…)
07. 05. 2008 | Prof. Morton Ann Gernsbacher, Prof. H. Hill Goldsmith und Michelle Dawson
Einigen Laiengruppen zufolge erlebt die Nation eine Autismus-Epidemie – ein rascher Anstieg der Prävalenz von Autismus aus unbekannten Gründen. Kein vernünftiges wissenschaftliches Indiz lässt jedoch die steigende Anzahl der diagnostizierten Fälle von Autismus auf irgendeinen anderen Grund zurückführen als auf eine Koppelung von absichtlicher Ausweitung der Diagnosekriterien mit erhöhtem öffentlichem Bewusstsein und gezielt verbessertem Auffinden von Fällen. Warum ist die öffentliche Wahrnehmung so abgekoppelt von den wissenschaftlichen Beweisen? In diesem Artikel untersuchen wir drei grundlegende Quellen des Missverständnisses: fehlendes Bewusstsein für Veränderung der Diagnosekriterien, unkritische Annahme einer Schlussfolgerung, die auf unlogische Weise aus einer in Kalifornien durchgeführten Studie gezogen wurde, und Vernachlässigung eines wesentlichen Merkmals der Daten der Kinder-Zählung
, die jährlich von US-Bildungsministerium gemeldet werden.
23. 02. 2007 | Frederik Drzewiecki

Die Begriffe “Ärzt_in”, “Psycholog_in”, “Psychotherapeut_in” und ähnliche werden oft durcheinander gebracht. Sie sind aber nicht identisch. Der folgende Text erklärt die Unterschiede.
07. 02. 2007 | Frederik Drzewiecki
Wenn du Autismus bzw. das Asperger-Syndrom gerade (für dich) neu entdeckt hast, beschäftigst du dich vielleicht sehr intensiv mit der Frage, ob du autistisch bist oder nicht. Für viele ist das eine anstrengende Zeit; sie stellen vieles in Frage – sich selbst, ihre Vergangenheit, unsere Gesellschaft, “Normalität” – und kommen zu ganz unterschiedlichen Schlussfolgerungen und Selbstdefinitionen. Aber eins nach dem anderen.
19. 03. 2006 | Autismus-Kultur
Laut Laurent Mottron, Professor der Abteilung für Psychiatrie der
Universität Montreal, wird allgemein angenommen, dass 75% der Autisten
intelligenzbehindert sind, jedoch sei dies überhaupt nicht belegt. Er schlägt vor, dass 25% ein zutreffenderer Wert sei. “Das Problem ist”, so Mottron, “dass autistische Intelligenz nicht korrekt gemessen wird”.
01. 03. 2006 | Colin Müller, M.A.
High-Functioning-Autismus (hochfunktionaler Autismus) ist keine formale Diagnose; im ICD-10 und im DSM-IV taucht sie nicht auf. Der Begriff wird meist verwendet, wenn jemand die Kriterien für eine Autismus-Diagnose erfüllt, aber “hochfunktionale”, intelligente Verhaltensweisen zeigt. Das kann, je nach Alter der Personen, heißen, dass sie lautsprachlich, schriftlich oder durch Gebärden kommunizieren, lesen, schreiben und rechnen können, alltagspraktische Dinge erledigen können, aber keinen Blickkontakt halten, nicht an Gesprächen teilnehmen, keine nonverbalen Hinweise verstehen usw. Diagnostiziert wird Autismus, der Zusatz “high-functioning” bzw. “hochfunktional” ist eine inoffizielle nähere Beschreibung.
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15. 02. 2006 | Frederik Drzewiecki
Das Asperger-Syndrom ist erst seit 1990 bzw. 1994 in die Diagnose-Handbücher ICD und DSM aufgenommen worden. Auch heute ist es bei Fachleuten noch relativ unbekannt. Viele Erwachsene stoßen zuerst selbst auf das Asperger-Syndrom, erkennen sich darin wieder und machen sich dann auf die Suche nach einer Ärztin/einem Arzt oder einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin. Manchmal kommt es vor, dass jemand Unterstützung sucht wegen anderer Probleme wie z.B. AD(H)S oder Depressionen und im Laufe dessen die Diagnose Asperger-Syndrom bekommt. Viele bekamen andere, eventuell falsche Diagnosen oder gar keine.
10. 02. 2006 | Autismus-Kultur
Die folgende Begriffsklärungen stellen keine Definitionen dar, sondern sollen vielmehr aufzeigen, wie (und wie unterschiedlich) die Begriffe verwendet werden, sowie einen groben Überblick geben. Betrachtet dieses Glossar als Diskussionsgrundlage: Die hier aufgezeigten gedanklichen Linien können und sollen weiterentwickelt werden. Die Begriffe sind alphabetisch geordnet.
04. 02. 2006 | Colin Müller, M.A.
Eigentlich widerstrebt es mir, eine feste Definition davon zu liefern, was Autismus ist. In der Wissenschaft und im Internet schwirren so viele extrem vage und sehr unterschiedliche Definitionen. Es geht mir nicht darum, die eine, ultimativ richtige Autismus-Definition zu liefern. Es geht mir darum, Position zu beziehen: wenn man definieren muss, was Autismus ist, dann sollte man es auf eine Weise tun, die autistische Menschen so respektiert, wie sie sind. Ich persönlich bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht so wichtig ist, was Autismus ist und ob Autismus ist – aber das ist ein Weg, den jede_r für sich gehen muss.
12. 01. 2006 | Colin Müller, M.A.

1944 veröffentlichte der Wiener Kinderarzt Hans Asperger seine Habilitationsschrift über „Die ‘Autistischen Psychopathen’ im Kindesalter“[1]. Darin beschreibt er die vier Jungen Fritz V., Harro L., Ernst K. und Hellmuth L., um auf ihnen gemeinsame Züge hinzuweisen, die er als charakteristisch für die “autistische Psychopathie” betrachtet. Diese bezeichnet er als “Kontaktstörung” und beschreibt die Sprache und den Blick der Kinder als ungewöhnlich:
02. 01. 2006 | Frederik Drzewiecki