Für ein glückliches Leben im Autismus-Spektrum

Autismus-Spektrum: Was ist Autismus?

Colin Müller, M.A.

Autismus Spektrum Störung: Eine ErklärungAutismus ist eine neurologische Variante, die bei etwa einem Prozent der Bevölkerung vorkommt. Einfach ausgedrückt: Bei autistischen Menschen ist das Gehirn ein bisschen anders verdrahtet als bei anderen Menschen. Deshalb haben sie mit manchen “einfachen” Dingen große Schwierigkeiten, während sie “schwierige” Herausforderungen manchmal spielend bewältigen.

Obwohl man früher annahm, dass Autismus sehr selten ist und die Diagnose heute häufiger gestellt wird, ist Autismus nicht neu. Zu allen Zeiten und in allen Teilen der Welt gab und gibt es autistische Kinder und Erwachsene in allen Altersstufen.

Autismus ist ein Spektrum. Das bedeutet, dass zwar alle autistischen Menschen bestimmte Merkmale teilen, aber keiner ist wie der andere. Es gibt fließende Übergänge.

  • Manche Menschen im Autismus-Spektrum leben ein relativ unabhängiges Leben, andere dagegen brauchen ihr Leben lang Unterstützung. Es ist wichtig zu verstehen, dass man auch mit Unterstützung ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben leben kann.
  • Manche autistische Kinder haben eine Verzögerung der Sprachentwicklung: manche verwenden Lautsprache auch als Erwachsene nicht oder nur eingeschränkt. Andere Kinder fangen außergewöhnlich früh an zu sprechen, diese bekommen typischerweise die Diagnose Asperger-Syndrom. Wieder andere fangen spät an zu sprechen, ihre Sprache unterscheidet sich aber später nicht von der der Asperger-Autisten. (Letztere werden oft als hochfunktionale Autisten bezeichnet.)
  • Die kognitiven Fähigkeiten von Personen mit Autismus reichen von Intelligenzminderung über normale Intelligenz bis hin zu Hochbegabung.

Das Asperger-Syndrom ist eine Form von Autismus. Menschen mit Asperger-Syndrom haben oft eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz und haben weniger Probleme mit Sprache. Aber auch ihnen bereiten die sozialen Aspekte der Sprache oft Probleme.

Was ist Autismus?

Die Infografik basiert auf einem Bild von smarnad/http://depositphotos.com.

Autismus zeigt sich nicht in einem einzelnen Merkmal

Diese Liste braucht eine Erklärung: Selbstverständlich gibt es nicht-autistische Menschen, die ihre Alltagsroutine lieben, spezielle Interessengebiete haben oder Schwierigkeiten haben, Witze zu verstehen.

Für jedes einzelne der Anzeichen kann es andere Gründe geben als Autismus. Wenn jemand zum Beispiel relativ isoliert aufgewachsen ist, hat er vielleicht Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe Gleichaltriger einzufügen. Auch Menschen mit sozialen Ängsten sind oft unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Wenn jemand aus einem anderen Land kommt, wird er die hier üblichen Witze und Anspielungen wahrscheinlich erst einmal nicht verstehen.

Und andererseits ist nicht bei jeder Person mit Autismus jedes Merkmal deutlich ausgeprägt.

Von Autismus spricht man deshalb erst, wenn genug “Symptome” darauf hindeuten. Eine Diagnose wird nur gestellt, wenn die Auffälligkeiten Probleme in einem oder mehreren Lebensbereichen verursachen (z.B. Beruf, Schule, soziale Kontakte). Die Diagnose heißt “Autismus-Spektrum-Störung”; bzw. nach älterer Klassifikation wird Autismus in verschiedene Formen unterschieden: “frühkindlicher Autismus/Kanner-Syndrom”, “Asperger-Syndrom, “High-Functioning-Autismus/Hochfunktionaler Autismus” oder “Atypischer Autismus“. Dazu unten mehr.

Und nun sehen wir uns die einzelnen Merkmale (manche würden sagen: Symptome) näher an:

Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich

Menschen im Autismus-Spektrum finden es z.B. schwierig, sich vorzustellen, was andere Menschen denken oder fühlen; sie wissen oft nicht, wie sie sich in einem sozialen Kontext verhalten sollen. Auch haben sie häufig Schwierigkeiten mit unpräziser Sprache, die aus dem sozialen Kontext heraus erschlossen werden muss. Autismus-Forscher sprechen auch von der “Triade der Beeinträchtigungen”.

Autismus: Anzeichen & Merkmale

Autisten haben Schwierigkeiten in diesen drei Bereichen:

  • soziale Kommunikation
  • soziale Interaktion
  • soziale Vorstellungskraft

Schwierigkeiten mit sozialer Kommunikation

Körpersprache ist für mich wie Chinesisch; ich verstehe kein Wort davon.

—Christoph

Menschen im Autismus-Spektrum haben Schwierigkeiten mit verbaler und nonverbaler Kommunikation. Viele verstehen Gesagtes wörtlich oder nehmen an, dass Menschen immer genau dass meinen, was sie sagen. Sie finden folgendes vielleicht schwierig zu verstehen:

  • Gesichtsausdrücke oder die Tonlage
  • Witze und Sarkasmus
  • Anspielungen
  • Redewendungen und Phrasen

Manche Autisten sprechen nicht oder nur begrenzt. Sie verstehen normalerweise, was andere sagen, bevorzugen aber selbst alternative Formen der Kommunikation, z.B. Bildkarten oder Gebärdensprache.

Andere haben gute sprachliche Fähigkeiten, finden es aber trotzdem schwierig, die Wechselseitigkeit von Gesprächen zu verstehen. Manche wiederholen, was das Gegenüber gesagt hat (das wird Echolalie genannt), andere sprechen in epischer Breite von ihren Interessengebieten.

WahrnehmungsverarbeitungManche Menschen im Autismus-Spektrum haben Schwierigkeiten, auditive Reize zu verarbeiten, d.h. sie hören das Gesagte zwar, tun sich aber schwer, die Wörter und Informationen zu erkennen. Es hilft, in einer ruhigen Umgebung mit klarer Stimme zu sprechen und der autistischen Person genug Zeit zu geben zu verarbeiten, was gesagt wurde. Schriftliche oder visuelle Kommunikation und auch TEACCH können gute Alternativen sein.

Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion

Manchmal fühle ich mich, als wäre ich auf einem fremden Planeten gelandet und muss die Gepflogenheiten mühsam lernen.

—Linda

Autisten haben oft Schwierigkeiten, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und zu verstehen, und ihre eigenen Gefühle auszudrücken. Das verursacht oft Missverständnisse und Irritationen bei anderen Personen und macht es für autistische Menschen schwierig, in eine Gruppe “hineinzupassen”.

Personen im Autismus-Spektrum…

  • …verstehen vielleicht die ungeschriebenen Regeln nicht, die die meisten Leute intuitiv erkennen. Ein Autist könnte z.B. zu nahe an einer anderen Person stehen oder ein unangemessenes Gesprächsthema aufbringen.
  • …scheinen oft unsensibel, weil sie nicht erkennen, wie jemand anderes sich fühlt. Und wenn sie es erkennen, wirken z.B. ihre Versuche, jemanden zu trösten, eher ungeschickt.
  • …verbringen oft lieber Zeit allein als mit anderen Menschen.
  • …scheinen sich oft “seltsam” oder unangemessen zu verhalten, weil es schwierig für sie sein kann, Gefühle oder Bedürfnisse auszudrücken.
  • …haben Schwierigkeiten, Blickkontakt zu halten, oder “starren”.

Diese Schwierigkeiten können es erschweren, Freundschaften zu schließen. Viele Autisten hätten gern Freunde, sind sich aber unsicher, wie sie dabei vorgehen sollen.

Schwierigkeiten mit sozialem Verständnis

Ich finde es schwierig zu erraten, was andere denken. Ich denke manchmal nicht daran, dass sie Sachen nicht wissen können, weil ich nichts davon erzählt habe.

—Hendrick

Soziales Verständnis (soziale Vorstellungskraft) ermöglicht es uns, das Verhalten anderer zu verstehen und vorherzusagen, abstrakte soziale Konzepte zu verstehen und uns soziale Situationen vorzustellen, die außerhalb unseres Alltags liegen.

Schwierigkeiten im Bereich des sozialen Verständnisses bedeuten, dass es Menschen im Autismus-Spektrum vielleicht schwerfällt…

  • …die Gedanken, Gefühlen und Handlungen anderer Menschen zu verstehen
  • …vorherzusagen, was als nächstes passieren könnte
  • …bestimmte Gefahren zu erkennen
  • …”So tun als ob”-Spiele zu spielen; manche autistischen Kinder spielen solche Spiele zwar, aber sie ziehen es vor, immer wieder die selben Szenen zu spielen
  • …sich auf Veränderungen einzustellen und für die Zukunft zu planen
  • …sich in neuen oder ungewohnten Situationen zurechtzufinden.

Schwierigkeiten im Bereich der sozialen Vorstellungskraft sollte man nicht verwechseln mit Phantasie und Kreativität. Viele Autisten sind sehr kreativ und manche arbeiten als Künstler, Musiker oder Autoren.

Weitere Merkmale von Menschen im Autismus-Spektrum

Andere Wahrnehmungsverarbeitung.

Die Gehirne von Menschen mit Autismus filtern Reize anders und nehmen deshalb Geräusche, Berührungen, Geschmack, Gerüche, Licht oder Farben intensiver oder schwächer war.
Einige Beispiele sind:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht (“zu grell”)
  • Schwierigkeiten, ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln
  • laute Geräusche als leise wahrnehmen und leise Geräusche als laut
  • Synästhesie

Meistens sind es sensorische Empfindlichkeiten, die im Alltag Probleme machen. Zum Beispiel kann es schwierig sein, an belebten Orten ein Gespräch zu führen, wenn man die Hintergrundgeräusche nicht ausfiltern kann. Die Reizüberladung verursacht Stress, Erschöpfung, Frustration, Angst oder sogar körperlichen Schmerz.

Manche Personen mit Autismus haben eine Unterempfindlichkeit gegenüber manchen Reizen. Sie nehmen z.B. Kälte oder Schmerz weniger stark wahr. Manche schaukeln, drehen sich, oder klatschen in die Hände, um angenehme Reize zu schaffen, unerwünschte Reize besser ausfiltern zu können, oder mit Stress umzugehen.

Menschen mit Problemen in der Wahrnehmungsverarbeitung finden es oft schwieriger, den Tiefensinn, die Wahrnehmung des eigenen Körpers zu entwickeln. Dieser Sinn sagt uns, wo unser Körper sich im Raum befindet; für Menschen mit einer reduzierten Körperwahrnehmung kann es also schwieriger sein, durch einen Raum zu gehen, ohne irgendwo anzustoßen, eine angemessene Distanz zu anderen Menschen zu wahren oder feinmotorische Fertigkeiten wie das Binden von Schnürsenkeln oder eine schöne Handschrift zu erlernen.

Untypische Lernwege, Problemlösungen und Fähigkeitsprofile

Zum Beispiel lernen manche Menschen mit Autismus “schwierige” Aufgaben (z.B. Differentialrechnung) bevor sie “einfache” Aufgaben lernen (z.B. Addieren).

Intensive, oft sehr spezielle Interessen

Viele Menschen im Autismus-Spektrum haben ein intensives, leidenschaftliches Interesse an bestimmten Themen, oft von sehr jungem Alter an. Bei der Beschäftigung mit ihrem Interessengebiet zeigen sie ein höchst fokussiertes Denken.

Die Interessen können sich im Laufe des Lebens verändern oder immer gleich bleiben. Sie können sich auf jegliches Thema beziehen, von Mathematik bis Ballett, von Kunst bis Eisenbahnen, von Türknäufen bis Schneeeulen, und von Politik bis zu kleinen Schnipseln Glanzpapier.

Durch meine künstlerische Tätigkeit bin ich ein Teil der Gesellschaft geworden. Wenn ein autistischer Mensch etwas gut kann, sollte man das ermutigen und fördern.

—Susann

Manche Autisten arbeiten später in ihrem jeweiligen Interessenbereich, für andere bleibt er ein Hobby.

Diese “Spezialinteressen” können manchmal ungewöhnlich sein. Eine autistische Person sammelte z.B. gern Müll und Gerümpel. Mit etwas Ermutigung wurde daraus ein Interesse an Recycling und Umweltschutz.

Atypische, manchmal repetitive Bewegungen

Das schließt sogenannte “Stereotypien”, z.B. mit dem Oberkörper zu schaukeln oder mit den Händen zu wedeln. Diese Bewegungen können auch unauffällig sein, wie z.B. das wiederholte Klicken mit einem Kugelschreiber oder sich immer wieder mit der Hand durch die Haare zu streichen. Viele (auch nicht-autistische) Menschen zeigen solche Bewegungen zum Beispiel, wenn sie unsicher oder gestresst sind.

Auch Schwierigkeiten mit der Feinmotorik und/oder der Grobmotorik sind bei Menschen im Autismus-Spektrum, besonders beim Asperger-Syndrom, häufig.

Bedürfnis nach Beständigkeit

Für Menschen mit Autismus scheint die Welt oft ein unvorhersehbares und verwirrendes Chaos zu sein. Weil sie Schwierigkeiten haben, vorherzusagen, was in einer sozialen Situation passieren könnte, ziehen sie es oft vor, wenn jeder Tag gleich abläuft. Abweichungen bringen Unsicherheit. Diese Alltagsroutinen können z.B. heißen, dass sie jeden Tag exakt die selbe Strecke zur Schule oder zur Arbeit nehmen, oder jeden Tag dasselbe Frühstück essen.

Eine Urlaubsreise kann für autistische Menschen z.B. mit mehr Ängsten als Vergnügen verbunden sein, und wenn in der Schule eine Stunde ausfällt, kann der Bruch der üblichen Routine autistischen Schülern Stress bereiten.

Auch Regeln spielen für viele Menschen mit Autismus eine große Rolle: Wenn sie einmal gelernt haben, wie man etwas “richtig” macht, werden sie vielleicht zögern, das nächste Mal eine andere Herangehensweise zu wählen. Und manche autistischen Menschen bevorzugen eine ganz bestimmte Ordnung in ihrem Zimmer oder ihrer Wohnung, und verbringen viel Zeit damit, alles entsprechend anzuordnen.

Aber auch wenn Menschen im Autismus-Spektrum sich beim Gedanken an Veränderungen zuerst nicht wohl fühlen, können sie damit zurechtkommen, wenn man sie vorher darauf vorbereitet.

Diagnose Autismus-Spektrum-Störung

Nach dem Diagnose-Handbuch der WHO, dem ICD-10, zählt Autismus zu den “Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen”, welche die Kennziffer F84 tragen:

  • Frühkindlicher Autismus (Kanner-Autismus) wird unter F84.0 geführt.
  • Der atypische Autismus bekam die Ziffer F84.1.
  • Asperger-Autismus (Asperger-Syndrom) trägt die Ziffer F84.5.

Unter F84 werden noch weitere andere Diagnosen aufgeführt, die nicht zum Autismus-Spektrum gehören, beispielsweise das Rett-Syndrom (F84.2). Eine Differentialdiagnose kann andere Probleme ausschließen.

Vereinfacht gesagt haben Personen mit frühkindlichem Autismus eine Verzögerung der Sprachentwicklung, Personen mit Asperger-Syndrom dagegen fangen früh an zu sprechen. Von hochfunktionalem Autismus spricht man, wenn im Kindesalter die Sprachentwicklung verzögert ist, aber gute kognitive Fähigkeiten vorhanden sind. Atypischer Autismus wird diagnostiziert, wenn entweder die Autismus-typischen Verhaltensmuster erstmalig nach dem dritten Lebensjahr zu beobachten sind, oder nicht alle Symptome von Autismus zutreffen.

Nach DSM-5 (DSM-IV) werden frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom und atypischer Autismus nicht mehr einzeln diagnostiziert, sondern eine “Autismus-Spektrum-Störung”.

Mediziner und Psychologen sprechen nicht nur von der “Autismus-Spektrum-Störung” (ASS), sondern auch von einem “Störungsbild”, “qualitativen Beeinträchtigungen” und “komorbiden Störungen”. All das klingt für Personen mit Autismus und ihre Eltern erschreckend, düster und abwertend. Tatsächlich konzentriert sich die Diagnose auf die Schwächen von Autisten.

Wie würde z.B. das Asperger-Syndrom aussehen, wenn wir die Stärken und Fähigkeiten beschreiben würden? Das zeigen Tony Attwood und Carol Gray in ihrem Artikel “Die Entdeckung von Aspie” – ein Grundlagen-Artikel zum Asperger-Syndrom mit einer ganz anderen Perspektive.

Autismus-Therapie?

Bei Therapien muss man unterscheiden: Manche versprechen, Autismus zu “heilen” – aber Autismus ist nicht heilbar, Autismus ist nicht einmal eine Krankheit, und viele Autisten wollen auch nicht geheilt werden. Dementsprechend hat bisher keine dieser sogenannten “Therapien” ihr Versprechen eingelöst.

Aber manche Therapien sind pädagogische Angebote (z.B. die Einübung sozialer Kompetenzen), Hilfen bei der Kommunikation und beim Lernen (z.B. TEACCH), Unterstützung bei Problemen mit der Reizverarbeitung (Sensorische Integrationstherapie, Ergotherapie) oder ähnliches. Und das sind Formen der Unterstützung, die viele Autisten brauchen.

Was ist die Ursache von Autismus?

Die Ursachen von Autismus (die “Ätiologie”) sind ungeklärt. Man geht davon aus, dass es neurologische Besonderheiten gibt, die zumindest teilweise genetisch bedingt sind. Allerdings wird Autismus nicht direkt vererbt; es spielen wahrscheinlich sehr viele Gene eine Rolle.

Wie sehen Autisten die Welt?

Viele Menschen im Autismus-Spektrum sagen, dass die Welt für sie eine verwirrende Masse an Menschen, Orten und Ereignissen ist, die für sie oft keinen Sinn ergeben und teilweise auch Ängste verursachen. Viele waren bereits mit unangenehmen sozialen Erfahrungen wie z.B. Mobbing konfrontiert, und sind deshalb unsicher und vorsichtig geworden im Umgang mit anderen Menschen.

Besonders die Beziehungen zu anderen Menschen sind für sie Schwerstarbeit. Während andere Menschen intuitiv wissen, wie sie mit anderen kommunizieren und interagieren, müssen autistische Menschen es lernen wie eine Fremdsprache. Die zusätzliche Energie, die sie darauf aufwenden müssen, wird leider nicht anerkannt, sondern es wird ihnen als Versagen angekreidet, dass sie nicht “flüssig” sind in dieser Fremdsprache.

Leider wird in unserer Gesellschaft oft erwartet, dass alle “stromlinienförmig” sind. Autistische Menschen ecken dann an. Wenn wir die Eigenarten unserer Mitmenschen besser akzeptieren könnten, wäre das Leben für Menschen im Autismus-Spektrum deutlich stressfreier und sie könnten ihre Stärken viel besser ausspielen.

Ist die “Autismus-Spektrum-Störung” eine Störung?

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