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Lerntypen: Warum es so wichtig ist, seinen Lerntyp zu kennen

Colin Müller, M.A.

Unterschiedliche LernstileViele Leute erkennen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Lerntypen und -techniken bevorzugen. Lerntypen klassifizieren verschiedene Arten zu lernen.

Jede_r hat einen unterschiedlichen Mix an Lerntypen. Manche Leute haben eine ausgeprägte Vorliebe für einen bestimmten Lerntyp und verwenden andere Lernstile weit seltener. Andere verwenden unterschiedliche Lerntypen in unterschiedlichen Situationen. Es gibt kein richtig oder falsch. Die Lerntypen sind auch nicht unveränderlich. Man kann im Laufe der Zeit seine Fähigkeiten in weniger dominanten Lernstilen ausbauen, und auch bereits bevorzugte Lernstile weiter entwickeln.

Verschiedene Lerntypen und “multiple Intelligenzen” zum Lernen zu verwenden, ist eine relativ neue Herangehensweise, deren Nutzen erst seit einiger Zeit erkannt wird. Traditionell steht in der Schule die sprachliche Wissensvermittlung im Vordergrund. Die meisten Lehrkräfte stützen ihren Unterricht auf mündliche Vorträge und Erklärungen, auf Tafelaufschriebe und Lehrbücher, die ebenfalls vor allem Text enthalten. Die Schüler_innen lernen dann dieses sprachliche Wissen kurz vor Klassenarbeiten auswendig.

Das Ergebnis dieses Unterrichts ist, dass wir diejenigen als “intelligent” bezeichnen, denen diese Lerntypen und Techniken liegen. Diejenigen, die andere Lerntypen bevorzugen, bekommen oft schlechte Noten, und die Eltern wundern sich, warum ihr Kind solche Schwierigkeiten in der Schule hat. Denn die Elten, die das Kind in anderen Situationen erleben, erkennen oft, dass ihr Kind in vielen Dingen sehr intelligent ist.

Ungeliebte HausaufgabenIn der Schule kann das zu einer Abwärtsspirale führen: ungeeignete Lehr- und Lernmethoden, schlechte Schulnoten, eine negative Einschätzung seitens der Lehrkräfte, vielleicht der Übergang auf eine schlechtere oder ungeeignete Schule. Umgekehrt kann es auch zu einer “Aufwärtsspirale” kommen: Schüler_innen, die sprachliche Wissensvermittlung bevorzugen und die leicht auswendig lernen, werden oft als klüger eingeschätzt als sie sind – mit dem Ergebnis, dass Eltern und Lehrkräfte manchmal nicht verstehen, warum das Kind eine eigentlich “einfache” Sache nicht versteht.

Indem man seinen Lerntyp erkennt und versteht, kann man Lerntechniken verwenden, die einem besser liegen. Dadurch kann man besser und schneller lernen.

Zusammenfassung

  • Kein Lerntyp ist besser als ein anderer.
  • Man kann einen Mix aus Lerntypen bevorzugen.
  • Wenn man seinen Lerntyp kennt, kann man angepasste Lerntechniken verwenden, durch die man schneller lernen kann.
  • Man kann auch seine Fähigkeiten in weniger bevorzugten Lernstilen verbessern.
  • Schulen vermitteln Wissen oft sprachlich. Nicht-sprachliche Lerntypen haben dort oft Schwierigkeiten, ihr Potential zu voll auszuschöpfen.

Die Lerntypen

Meistens wird in drei Lerntypen unterschieden:

Manche Modelle fügen dem noch zwei weitere Lerntypen hinzu:

Außerdem wird unterschieden zwischen Lerntypen, die bevorzugt allein lernen und solchen, die gerne in Gruppen lernen:

  • interpersonaler Lerntyp (mit anderen lernen)
  • intrapersonaler Lerntyp (allein lernen)

Natürlich gibt es auch Menschen, die “Mischtypen” sind und mit mehreren Lernstilen gut zurechtkommen. In seltenen Fällen kann der Lerntyp stark variieren: Eine Mutter eines autistischen Jungen erzählte mir einmal, dass sie jeden Morgen von Neuen herausfand, welcher seiner Sinne gerade aufnahmefähig war. An manchen Tagen war er praktisch “bedeutungstaub” gegenüber gesprochener Sprache, aber sehr aufnahmefähig gegenüber visueller Kommunikation und Lernstoff. An anderen Tagen bevorzugte er Sprache, an wieder anderen Lernen durch Anfassen usw.

Jeder Mensch ist individuell. Wenn man über Lernstile Bescheid weiß, kann man diese Individualität beim Lernen nutzen.

Bücher zu Lerntypen und Lerntechniken

Wer mehr über Lernstile und Lerntechniken wissen will, dem kann ich diese beiden Bücher empfehlen:

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