In Gedenken an Katie McCarron |
| Geschrieben von Colin und enfant terrible | |
| Sonntag, 20 Januar 2008 | |
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Katie McCarron war drei Jahre alt, als sie im Mai 2006 von ihrer Mutter, Karen McCarron, ermordet wurde. Am 17. Januar 2008 wurde die Mörderin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und zu 100 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage gegen Karen McCarron lautete auf vorsätzlichen Mord, Behinderung der Justiz und Verheimlichung eines Mordes. Viele hatten befürchtet, dass die Geschworenen beeinflusst sein könnten durch die Presse, die in den Wochen nach dem Mord Mitgefühl mit der Mörderin äußerte und sogar meinte, dass der Drang, sein Kind zu ermorden, für die Eltern von autistischen Kindern üblich wäre. (Mehr dazu schreibt Not Dead Yet, eine Disability Right Organisation.) Die Geschworenen ließen sich davon glücklicherweise nicht beeindrucken. Doch in der Presse liest man auch heute wieder sehr besorgniserregende Sätze: In a videotaped confession played during the trial, McCarron told police she could no longer deal with her daughter's illness. People with autism often struggle to control impulses, and children with autism can be difficult to manage.(Quelle)
In dem auf Video aufgenommenen Geständnis, das während der Gerichtsverhandlung abgespielt wurde, sagte McCarron zu Polizei, sie hätte nicht länger mit der Krankheit ihrer Tochter umgehen können. Menschen mit Autismus haben oft große Mühe ihre Impulse zu kontrollieren, und Kinder mit Autismus sind oft schwer zu handhaben. Das impliziert, dass Katie schwierig zu „handhaben” gewesen sei, was nach Aussage ihres Vaters, ihrer Großeltern und anderer Verwandter nicht der Fall war. Mike McCarron schreibt auf der Website des Katherine ‚Katie’ McCarron Memorial Grove folgendes über Katie:
She was a beautiful, precious and happy little girl. Each day she was showered with love and returned that love with hugs, kisses and laughter. Katie loved music; she would fill in some of the words in children's songs as my wife would sing along with the CD that would be playing, their own version of „karaoke” . She liked to dance, she loved to do the „hooky poky”. She loved being in among flowers and tall grass. She would say „I like grass”. She enjoyed the zoo and because of all of the drills and flashcards she could identify the animals. Which I thought was pretty amazing for such a young child. She was also the only little child in her non-autistic play group that could identify an octagon. My wife and son had a party for her the day they heard that from the teacher.
Sie war ein schönes, geliebtes und glückliches kleines Mädchen. Jeden Tag wurde sie mit Liebe überschüttet und erwiderte sie mir Umarmungen, Küssen und Lachen. Katie liebte Musik; sie setze Wörter aus Kinder-Liedern ein, während meine Frau mit einer CD mitsang, das war ihre eigene Art von „Karaoke”. Sie tanzte gern, sie liebte es, „hooky poky” zu machen. Sie liebte es, zwischen Blumen und im hohen Gras zu sein. Sie sagte „ich mag Grass”. Sie hatte Spaß im Zoo und wegen des ganzen Drills und der Lernkarten konnte sie die Tiere benennen. Das hielt ich für ziemlich erstaunlich für so ein kleines Kind. Sie war außerdem das einzige kleine Kind in ihrer nicht-autistischen Kindergruppe, das ein Oktagon erkennen konnte. Meine Frau und mein Sohn haben eine Party für sie gemacht, als ich von ihrerm Lehrer davon erfuhren. Ähnliches kann man in einem älteren Artikel im Ballastexistenz-Blog lesen. Zudem hatte Katies Mutter Katie seit etwa 20 Monaten nicht mehr in ihrer Obhut. Sie war nur wenige Tage, bevor sie sie ermordete, bei ihr. Katies Vater Paul McCarron, der sich zur Zeit von Karen McCarron scheiden lässt, sowie Katies Großeltern und andere Verwandte haben mit Respekt und Stolz von ihrem geliebten Kind gesprochen. In einer Stellungnahme im Namen der Familie McCarron schreibt Katies Vater: I ask all parents and especially those of children with disabilities to ALWAYS love your children and be proud of them.
Ich bitte alle Eltern und besonders die von Kindern mit Behinderungen, IMMER eure Kinder zu lieben und stolz auf sie zu sein.
I too am fed up with the comments from „advocacy” spokespersons. How can people pretending to represent the good of children with autism ignore the murder of a beautiful and dear little child. When I see the lead in line „I don’t approve of murder; but…” I just have to buckle my seat belt because I know, here it comes. The advocate goes on to virtually admit it is OK, or understandable because Katie had autism. If these people are “advocates” for people with autism I can’t imagine what the „opponents” must be like.
Auch ich habe die Kommentare der sogenannten „Interessensvertreter” einfach nur satt. Wie können Leute, die so tun, als ob sie das Wohl für Kinder mit Autismus verkörpern, den Mord an einem wundervollen und lieben kleinem Kind ignorieren. Wenn ich die Einleitung in der Zeile „Ich heiße den Mord nicht gut, aber...” sehe, muß ich mich festhalten, weil ich weiß: jetzt kommt es. Der Interessensvertreter gibt im weiteren praktisch zu, dass es OK ist, oder verständlich, weil Katie Autismus hatte. Wenn diese Leute „Interessensvertreter” für Menschen mit Autismus sind, dann kann ich mir nicht ausmalen, wie die „Gegner” sein müssen. Zahlreiche Zeug_innen sagten aus, dass Karen McCarron, eine frühere Ärztin, ihre autistische Tochter nicht akzeptieren konnte und besessen war von dem Gedanken, eine "Heilung" zu finden. Als ihr das nicht gelang und die Familie es ablehnte, Katie in ein Heim zu geben und zur Adoption freizugeben, entschied sie sich für den Mord. Rettdevil weist darauf hin, dass es kein Zufall sein kann, dass dieser und zwei weitere Morde an autistischen Kindern innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Ausstrahlen des Propaganda-Videos von AutismSpeaks passierten. Dieses Video ruft zur Gewalt gegen autistische Kinder auf. Autism Diva und AutismVox halten das Video „Autism Every Day” von Autism Speaks ebenfalls für den Wendepunkt in Karen McCarrons Entscheidung, ihre Tochter zu ermorden. In diesem Video erzählt die Vertreterin von Autism Speaks, Alison Tepper Singer, von ihrem früheren Ansinnen, sich selbst und ihre autistische Tochter zu töten, und zwar in Gegenwart der betreffenden Tochter. Sie fügt hinzu, dass sie nur ihrer weiteren, nicht-autistischen Tochter zuliebe auf den Mord und Selbstmord verzichtet habe. Niemand in dem Video zeigt Entsetzen oder Scham über die Tötungsabsicht von Singer. Die Message ist dabei folgende: es ist okay, über die Ermordung deines autistischen Kindes nachzudenken, schließlich sind es abscheuliche Bestien. Ob Karen McCarron das „Autism Every Day”-Video gesehen hat, ist nicht bekannt, aber auch wenn sie es nicht gesehen hat, war sie mit Sicherheit der erbarmungslosen Negativität und der verzerrten „Hoffnung” der Quacksalber ausgesetzt, die „Heilung” von Autismus verkaufen, nach der sie wie besessen suchte. Katie McCarron wird nicht mehr lebendig. Daran ändert auch die Verurteilung ihrer Mörderin nichts. Doch die Verurteilung der Mörderin ist ein Zeichen der Wertschätzung von Katie und ihrem kurzen Leben. Und vielleicht gibt sie Katies Vater, ihren Großeltern und anderen Verwandten die Möglichkeit, zumindest mit einem Teil des Geschehens abzuschließen.
Foto © Trees for Life Durch Spenden verschiedener Personen wurde der Katherine ‚Katie’ McCarron Memorial Grove ermöglicht. Die Organisation Trees For Life pflanzt Bäume im Kaledonischen Wald im schottischen Hochland, um diesen Wald zu bewahren und wiederaufzuforsten. Einige dieser Bäume sind Katie gewidmet; jeder kann sich mit einer Spende beteiligen. Die autistische Community trauert um Katie McCarron - aktuelle Artikel:
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