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Geschrieben von enfant terrible
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Freitag, 20 Juni 2008 |
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In Autismus-Foren und allgemein in Diskussionen rund um Behinderung spukt diese eigentümliche These, dass Autist_innen bzw. Behinderte froh und dankbar sein sollen, heute zu leben. Denn heutzutage sei man so "human", "Behinderte am Leben zu erhalten". In keinem anderen Zeitalter habe eine Gesellschaft ihre "lebensunfähigen" Mitglieder durchgefüttert. Im Gegenteil: man habe sie getötet oder sterben lassen. Zur Begründung gibt's Gemeinplätze über "das Altertum", wo angeblich schwächere Babys systematisch getötet wurden. "Human" heißt hier so viel wie barmherzig, großzügig und duldsam, und aus "behindert" wird kurzerhand "lebensunfähig" gemacht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Existenz Behinderter als eine schwere Last dar, die sich eine Gesellschaft ohne jeden Nutzen aufbürdet - sie duldet "sie" quasi aus reinster Barmherzigkeit und Großzügigkeit und offenbart damit ihre ethische Überlegenheit. Dieses Konstrukt basiert jedoch auf grundsätzlich falschen Annahmen: |
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