DSN-V (Das diagnostische und statistische Handbuch der “normalen” Störungen)

  • Störungen, die in der Regel erstmals im Säuglings-, Kindheits- oder Jugendalter auftreten

666.00 Neurotypische Störung

Die wesentlichen Merkmale stellen eine schwere Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung mit Beginn im Säuglings- oder Kindesalter dar.

Diagnostische Kriterien für 666.00 Neurotypische Störung

Mindestens acht der folgenden sechzehn Kriterien sind vorhanden, wobei diese mindestens zwei Kriterien von A, eines von B und eines von C beinhalten.

Hinweis: Beachten Sie, dass ein Kriterium nur erfüllt werden kann, wenn das Verhalten für das Entwicklungsniveau der Person ungewöhnlich ist.

A. Qualitative Beeinträchtigung in der selbstbestimmten sozialen Interaktion, wie sie sich im Folgenden manifestiert:

(Die Beispiele in Klammern sind so angeordnet, dass die erstgenannten eher für jüngere oder stärker behinderte Personen gelten und die weiteren für ältere oder weniger behinderte Personen mit dieser Erkrankung).

(1) ausgeprägtes wahnhaftes Bewusstsein für die Existenz oder die Gefühle anderer (z.B.: behandelt eine Person so, als wäre sie eine Erweiterung ihrer selbst; verhält sich so, als wäre sie/er hellseherisch für die Not einer anderen Person; projiziert anscheinend eigene Konzepte und Bedürfnisse auf andere).

(2) extreme oder anormale Suche nach Trost bei Disstress (z.B. kommt ständig, um getröstet zu werden, auch wenn sie/er krank, verletzt oder müde ist; sucht Trost in stereotyper Weise, z.B. Weinen oder Schreien, verlangt nach Aufmerksamkeit, wenn sie/er krank ist).

(3) ständige oder geistlose Nachahmung (z.B. immer zum Abschied winken; kopiert die häuslichen Aktivitäten der Mutter; mechanische Nachahmung der Handlungen anderer, wann auch immer angenommen wird, dass sie in den Kontext passen).

(4) ständiges oder übermäßiges Sozialspiel (z.B. immer aktiv an einfachen Spielen teilnimmt; bevorzugt Gruppenspiele; lässt andere Kinder nur mitspielen, wenn sie genau wie das Kind selbst sind, wie Spiegelbilder seines Selbst).

(5) grobe Beeinträchtigung der Fähigkeit, Freundschaften mit Gleichaltrigen zu schließen (z.B. obsessives Interesse daran, Freundschaften nur mit anderen Neurotypikern zu schließen; trotz des Interesses an Freundschaften und dem bereits erwähnten Irrglauben des Hellsehens zeigt es mangelndes Verständnis für die Anderen und eine obsessive Starrheit für gesellschaftliche Konventionen, z.B. sucht ständig Aufmerksamkeit/positive Verstärkung, während es andere anstarrt oder lacht, während sie stimmen und schaukeln und stumm bleiben).

B. Qualitative Beeinträchtigungen in der verbalen und nonverbalen Kommunikation und in der imaginären Aktivität, die sich im Folgenden manifestieren:

(Die nummerierten Kriterien sind so angeordnet, dass die zuerst aufgeführten eher für jüngere oder stärker behinderte Personen gelten und die weiteren für ältere oder weniger behinderte Personen mit dieser Erkrankung.)

(1) eklatante Übernutzung aller Kommunikationsformen, wie kommunikatives Geplapper, Gesichtsausdruck, Geste, Pantomime oder gesprochene Sprache.

(2) deutlich abnormale nonverbale Kommunikation, wie bei der Verwendung von Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung oder Gesten zur Initiierung oder Modulation sozialer Interaktion (z.B. antizipiert und genießt es, gehalten zu werden, versteift sich nicht, schaut ständig auf die andere Person oder lächelt bei einem sozialen Ansatz, begrüßt zwanghaft Eltern oder Besucher, besteht darauf, in sozialen Situationen invasiv in die Augen anderer zu starren).

(3) übermäßige imaginäre irrelevante Aktivitäten, wie z.B. das Spielen von So-Tun-Als-Ob-Spielen mit Nachahmen von Erwachsenen, Fantasy-Charakteren oder Tieren, mangelndes Interesse an Computern oder anderen logischen, erfüllenden Freizeitaktivitäten.

(4) ausgeprägte Anomalien in der Sprachproduktion, einschließlich Lautstärke, Tonhöhe, Betonung, Sprechgeschwindigkeit, Rhythmus und Intonation (z.B. geselliger-pompöser Ton, übermäßig emotionale oder schmalzige Sprechmelodie oder überkontrollierte Tonhöhe).

(5) ausgeprägte Anomalien in Form oder Inhalt der Sprache, einschließlich stereotyper und wiederholter Verwendung der Sprache (z.B. sofortige geistlose oder mechanische Wiederholung der neuesten “In”- oder Trendausdrücke von NT-Gleichaltrigen) (z.B, “was auch immer” bedeutet, “ich sage, dass ich mit deinem Vorschlag nicht einverstanden bin, aber ich möchte, dass du verärgert bist, wenn ich das so sage”); idiosynkratische Verwendung von Wörtern von Phrasen (z.B. “disst du mich?” bedeutet “behandle mich nicht respektlos”); oder häufige irrelevante Bemerkungen (beginnt z.B. im Restaurant, über das Verhalten von Autisten an einem Tisch in der Nähe zu sprechen).

(6) eine deutliche Beeinträchtigung der Fähigkeit, auf die Einleitung eines Gesprächs zu verzichten oder einmal eingeleitet, einen vollen Gedanken während des Gesprächs mit anderen aufrechtzuerhalten, trotz angemessener sprachlicher Fähigkeiten (z.B. nicht in der Lage, aufgrund der Einwände anderer Neurotypiker beim Thema zu bleiben).

C. Deutlich eingeschränktes Repertoire an Aktivitäten und Interessen, wie sich im Folgenden zeigt:

(1) Unfähigkeit, mangelndes Verständnis oder Desinteresse an stereotypen Körperbewegungen, z.B. Händewedeln oder -verdrehen, sich um sich selbst Drehen, Kopfschlagen (außer bei bestimmten Arten von Rockkonzerten), komplexe Ganzkörperbewegungen.

(2) anhaltende Unkenntnis oder Unfähigkeit, Teile von Objekten wahrzunehmen (z.B.: sieht eine “Windmühle”, aber nimmt nicht die vielen schönen Einzelteile wahr, aus denen sie besteht; bemerkt nicht die Oberflächentextur von Materialien oder die sich drehenden Räder von Spielzeugautos) oder hat eine Bindung an ungewöhnliche Objekte (besteht z.B. darauf, in einem BMW herumzufahren, Rolex-Uhren zu tragen, ein Mobiltelefon oder eine Aktentasche zu tragen).

(3) ausgeprägtes Nichtbemerken von Veränderungen in der Umgebung, z.B. wenn eine Vase umgestellt wird.

(4) unangemessenes Beharren auf Gleichartigkeit bei anderen Personen bis ins kleinste Detail, besteht z.B. darauf, dass beim Einkaufen immer genau dieselben sozialen Verhaltensweisen eingehalten werden.

(5) ein stark eingeschränktes Interessengebiet und eine Beschäftigung mit einem engen Interesse, z.B. nur daran interessiert, in der sozialen Hackordnung aufzusteigen, Freunde zu beeindrucken oder vorzugeben, klüger oder besser zu sein als sie sind.

D. Beginnt in der frühen Kindheit oder Kindheit.

Spezifizieren Sie, wenn die Störung in der Kindheit beginnt (nach 36 Monaten).

Ein Artikel von Shelley von Kalamazoo.

Zuletzt bearbeitet am 07.03.2019.

Bitte hilf mit, das Thema bekannter zu machen und erzähle deinen Freunden davon: