Was ist Deaf Pride? |
| Geschrieben von Mark Drolsbaugh | |
| Sonntag, 08 Juni 2008 | |
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Zu vielen Anlässen wurde ich gebeten, das Phänomen, das als Deaf Pride bekannt ist, zu erklären. Denn, wie kann man denn stolz auf etwas sein, fragen die Leute, das nichts anderes als eine Behinderung zu sein scheint? Noch dazu ist Gehörlosigkeit eine Behinderung, die die Kommunikation betrifft... sie kann eine unsichtbare Wand zwischen hörenden und gehörlosen Personen aufbauen. Worauf soll man da also stolz sein? Wenn mir diese Frage vor vielen Jahren gestellt worden wäre, hätte ich große Mühe gehabt, eine Antwort zu finden. Deaf Pride? Was für ein Deaf Pride? Bestimmt nichts, worauf man stolz sein kann. Tatsächlich habe ich mich als Jugendlicher einfach nur geschämt. Das heißt, ich habe mich geschämt, bis ich eine Chance bekam, mich der Gehörlosen-Kultur anzuschließen. Ich habe mich vielleicht spät angeschlossen, nachdem ich jahrelang versucht habe, als hörende Person durchzugehen, aber das alte Klischee ist wahr: besser spät als nie. Andere gehörlose Gleichaltrige zu treffen, ähnliche Geschichten von Unterdrückung und Verspottung zu teilen, lustige Anekdoten auszutauschen, Gebärdensprache zu lernen und zu sehen, wie andere gehörlose Erwachsene ihre Ziele erreichen, hat meine Einstellung völlig verändert. Ich schäme mich nicht länger meiner Gehörlosigkeit, ich bin gern gehörlos. Ich bin gern, wer ich bin, stolz darauf, welche Hindernisse ich überwunden habe, und stolz auf meine Kultur. Ja, ich sehe es so, dass es eine Gehörlosen-Kultur gibt.
Einige Leute stöhnen vielleicht auf,
Ein Teil dieser Kultur zu sein, gab mir ein positives Selbstgefühl. Ich bin nicht länger allein. Ich teile eine Sprache, die amerikanische Gebärdensprache ASL, mit vielen anderen in der Gehörlosen-Community. Ich teile eine Geschichte des Kampfes, die gut dokumentiert ist; innerhalb der Gehörlosen-Community werden nicht nur Geschichten darüber weitergereicht, wie es ist, gehörlos aufzuwachsen, es gibt auch zahllose Bücher (mein persönlicher Favorit ist Jack Gannons Deaf Heritage). Ich finde Vergnügen an Gebärdensprachen-Gedichten und Wortspielen/Witzen, die nicht in geschriebenes Englisch übersetzt werden können; sie sind einzigartig in dem Sinne, dass sie nur innerhalb des Rahmens von ASL verstanden werden können. Ich besuche gern Theaterstücke und Community-Veranstaltungen, die ihr Augenmerk auf viele Themen rund um die Gehörlosigkeit richten. Ich teile auch viele der Eigenheiten anderer gehörloser Leute: den
Last not least sonne ich mich in positiven Selbstwertgefühl, wenn ich sehe, dass Gehörlose in der Welt immer erfolgreicher werden. Es gibt Leute, die darauf bestehen, dass die Gehörlosen-Kultur gehörlose Leute vor der wirklichen Welt abschirmt (ein Argument, dass man im Internet häufig sieht), aber aus meiner Perspektive stärkt sie uns und befähigt uns, das beste aus beiden Welten zu machen. Immer mehr Gehörlose erlangen akademische Grade und werden Ärztinnen, Rechtsanwälte, Verwaltungsfachleute und (ähem) Autoren. Es ist ein Gefühl von Selbstbewusstsein und Unterstützung, dass uns antreibt. In meinem Fall war es der erfolgreiche Ausgang der
1 Anmerkung des Übersetzers:
Copyright 1996, Mark Drolsbaugh. Lizenz und Original auf Deaf-Info.
Und noch eine Anmerkung des Übersetzers: |
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