Vielleicht hat ja alles einen etwas ungünstigen Verlauf genommen, als man damit anfing, Autisten als behindert zu bezeichnen.
Wenn etwas erst einmal einen Namen hat …
Eine andere Sicht auf Autismus … (more…)
Autismus-Kultur ist ein Netzwerk von Personen, die sich wissenschaftlich und politisch mit Autismus (einschließlich Asperger-Syndrom) befassen. Wir bieten fundierte Informationen über Autismus und arbeiten für eine bessere Welt für Menschen im Autismus-Spektrum – selbstbestimmt und barrierefrei. Mehr…
31. 07. 2011 | Lou
Vielleicht hat ja alles einen etwas ungünstigen Verlauf genommen, als man damit anfing, Autisten als behindert zu bezeichnen.
Wenn etwas erst einmal einen Namen hat …
Eine andere Sicht auf Autismus … (more…)
| Delfin
Es war einmal ein kleines Wort, ein Sprechwort.
Das Sprechwort heißt “Im Meer!”
Das Sprechwort war ganz traurig, denn niemand passte zu ihm. Eines Tages ging das Sprechwort spazieren. Da traf es ein anderes Sprechwort das war ebenfalls traurig. Da fragte das Sprechwort das andere Sprechwort: “Wie heisst Du?” (more…)
| Mama
“Ich bin Autist und das ist gut so” sagte meine Tochter irgendwann aus heiterem Himmel Sonntag früh beim Frühstück. Eine Aussage, die mich tief in meinem Herzen noch heute berührt. Ein langer Weg für uns bis zu diesem Tag. (more…)
| Hannah
Im Februar bekam mein Mann seine Asperger-Diagnose. Es war für mich keine Überraschung. Unsere gemeinsame Tochter hat auch das Asperger Syndrom und wurde schon vor Jahren diagnostiziert. Mein Fehler war nur, dass ich dachte, dass mit seiner Diagnose alles besser werden würde. (more…)
| Julia S.
„Sie sind von wo angereist?“ Der Arzt kann es gar nicht fassen.
Dabei ist er es doch, der mich zwei Tage zuvor angerufen hat. Was hätte ich denn anderes tun können? Dortbleiben? Unmöglich. In dieser Situation gibt es nur eine einzige Handlungsoption. Alles andere ist unvorstellbar.
„Wissen Sie, manche Leute kommen nicht einmal aus einem anderen Bundesland.“
Und ich bin aus dem Ausland extra hergekommen, weil meine Mutter auf der Intensivstation liegt. (more…)
09. 06. 2011 | Autismus-Kultur
Am 18. Juni feiern wir wieder den Autistic Pride Day. Wir haben uns auf ein Motto geeinigt: “Autismus neu denken” (“Rethinking Autism”). Wir veranstalten anlässlich des Autistic Pride Days einen Schreibwettbewerb zu diesem Motto. (more…)
23. 05. 2011 | Sevgi Günes
Wir sind nicht Eure Feinde.
Wenn Ihr Eltern seid und wollt, dass Euer Kind ein besseres Leben hat, dann sind wir nicht Eure Feinde. Wir wollen, dass jede einzelne autistische Person ein gutes und glückliches Leben hat. Wir wollen, dass autistische Menschen die Möglichkeit haben, alles zu lernen, was sie lernen wollen. Wir wollen, dass autistische Menschen in einer Welt leben, in der sie so akzeptiert werden, wie sie sind. Wir wollen, dass autistische Menschen einen Beruf, Arbeitsplatz, Freund_innen und Familie haben können, wenn sie das wollen. Wir wollen, dass autistische Menschen Unterstützung bekommen, wenn sie welche brauchen und wollen. Wir wollen, dass autistische Menschen barrierefreien Zugang zum Gesundheitssystem haben. Wir wollen, dass autistische Menschen frei von Diskriminierung oder Belästigung leben können. Wir wollen, dass jede autistische Person ihr Leben selbst gestalten und eigene Entscheidungen treffen kann. Wir wollen das bestmögliche Leben für jede einzelne Person im Autismus-Spektrum.
Aber eins wollen wir nicht: Wir wollen kein nicht-autistisches Leben für autistische Menschen. (more…)
16. 05. 2011 | Lesley Sword, Ph.D.
Dr. Linda Silverman, die Pionierin des Konzepts der visuell-räumlichen Lernenden erkennt zwei Typen begabter visuell-räumlicher Lernender. Der erste sind Kinder, die als begabt erkannt werden und bei einem IQ-Test extrem hohe Ergebnisse erzielen, weil sie sehr gute Fähigkeiten zeigen sowohl bei Aufgaben, die eine visuell-räumliche Verarbeitung verwenden als auch bei denen, die auditiv-sequenzielle Denkprozesse verlangen. Der zweite sind Kinder, die gescheiter sind als ihre IQ-Ergebnisse, die große Fähigkeiten im visuell-räumlichen Denken und deutliche Schwächen in der auditiv-sequenziellen Verarbeitung haben. Diese Kinder werden oft nicht als begabt erkannt und kämpfen in der Schule mit Schwierigkeiten, weil weder ihre Intelligenz noch ihr ungewöhnlicher Lernstil anerkannt wird. Diese Arbeit konzentriert sich auf den zweiten Typ visuell-räumlich Lernender, die in der schulischen Umgebung »gefährdet« sind, solange nicht ihr Lernstil erkannt und entsprechende Änderungen der Lern- und Lehrpraxis vorgenommen werden. (more…)
27. 02. 2011 | Colin Müller, M.A.
Via Twitter wurde ich auf einen Offenen Brief an Nicole Schuster aufmerksam. Darin kritisieren “Querdenkender”, “Hawkeye”, “fotobus” und inzwischen weitere Unterzeichner_innen Nicole Schusters Entscheidung, sich nicht mehr als Autistin zu bezeichnen.
Nicole Schuster stand “als Autistin” stark im Licht der Öffentlichkeit. Sie schrieb eine Autobiografie über sich als Autistin, “Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing”, sowie verschiedene Bücher über Autismus, ließ ihren Alltag für eine Doku filmen und gab Interviews in Talk-Shows und Zeitschriften. Möglicherweise ist oder war sie für andere Autist_innen eine Identifikationsfigur oder sogar ein Vorbild. Und jetzt? Nicht mehr autistisch? Muss man jetzt auch am eigenen Selbstbild zweifeln? (more…)
04. 02. 2011 | Jim Sinclair, B.A.
Diese Kolumne wurde ursprünglich auf der Mailingliste ANI-L gepostet, nachdem ich woanders einen Beitrag gelesen hatte, in dem sich jemand darüber beschwerte, dass die National Institutes of Health (NIH) mehr finanzielle Mittel für die Forschung über Mukoviszidose bereitstellen als für Autismus, obwohl Autismus und Mukoviszidose mit ungefähr derselben Häufigkeit in der Bevölkerung auftreten. Der Beitrag verglich weiter die Häufigkeit des Auftretens und die Höhe der vom NIH bereitgestellten Mittel für Kinderkrebs, Chorea-Huntington und Muskelschwund. Er forderte die Leute auf, ihre Senator_innen und Abgeordneten zu kontaktieren und von ihnen eine Erklärungen zu verlangen, warum die Mukoviszidose-Forschung vier mal so viele Mittel bekommt wie die Autismus-Forschung.
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24. 01. 2011 | Colin Müller, M.A.
Lisbeth Salander ist 1,54 klein, bleich, mager und hat kurze schwarzgefärbte Haare. Sie ist 24, sieht aber eher aus wie 14. Ihre Nase und ihre Augenbrauen sind gepierct, auf ihrer linken Schulter ist ein Drachen eintätowiert, im Nacken trägt sie ein Wespen-Tattoo und auch um ihrem linken Oberarm und ums Handgelenk schlingen sich Tätowierungen. Sie trägt eine schwarze Lederjacke und ebenso schwarze Jeans und Stiefel. Lisbeth Salander ist neben dem Journalisten Mikael Blomkvist die Heldin von Stieg Larssons preisgekrönter Millenium-Trilogie.
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12. 01. 2011 | Simon Wiedemeyer
Vielen (nicht allen) Menschen im Autismus-Spektrum fällt es schwer, ein Zeitgefühl zu entwickeln, Termine im Blick zu behalten und das Chaos des Alltags im Griff zu behalten. Bei manchen ist das so ausgeprägt, dass sie auch eine ADHS-Diagnose bekommen. Aber auch die meisten anderen Menschen nutzen einen Kalender.
Ich bin auch eher der chaotische Typ und bin seit Jahren bemüht, mein Leben halbwegs organisiert zu halten. Versäumte Termine sind ärgerlich und manchmal teuer. Außerdem versuche ich den Aufwand für meine Terminplanung so gering wie möglich zu halten. Ich habe einige Systeme ausprobiert und möchte hier meine Erfahrungen schildern. (more…)
08. 01. 2011 | Colin Müller, M.A.
Lisa Domican entwarf eine iPhone-App, um ihrer Tochter Grace die Kommunikation zu erleichtern. Die in Irland lebende Mutter von zwei autistischen Kindern sprach dazu den Dubliner Studenten und iPhone-Entwickler Steven Troughton-Smith an, ob er die iPhone-App programmieren würde. Dieser sagte sofort zu. Inzwischen gewann die iPhone-App “Grace” den Irish Web Award 2010 und den World Summit Award Mobile. Lisa Domican im Interview mit Autismus-Kultur.
04. 01. 2011 | Colin Müller, M.A.
Zum 1. 1. 2011 trat eine Änderung der “Versorgungsmedizin-Verordnung” in Kraft. Darin wird unter anderem festgelegt, welchen Grad der Schwerbehinderung Personen im Autismus-Spektrum zugesprochen bekommen. (more…)
01. 01. 2011 | Colin Müller, M.A.
Ein gutes neues Jahr 2011!
Ich habe lange nicht mehr viel auf Autismus-Kultur geschrieben und auch die Koordination der Gruppe sehr vernachlässigt. Der Grund dafür: Ich war im letzten Jahr in der intensiven Abschlussphase meines Studiums und musste sehr viel schreiben und noch mehr lernen. Ich hatte einfach keine Kapazitäten für Autismus-Kultur übrig.
Ich habe meine Magisterarbeit zum Thema “Der Autismus-Diskurs im Spannungsfeld von Natur, Technik und Geschlecht” geschrieben (wurde mit der Note 1,1 bewertet), und ich habe alle Abschlussprüfungen erfolgreich hinter mich gebracht. (more…)
23. 11. 2010 | Colin Müller, M.A.
Viele Autist_innen weisen darauf hin, dass sie anders wahrnehmen als andere Leute, genauer gesagt, dass ihre Wahrnehmungsverarbeitung anders funktioniert. Sie sind bestimmten Geräuschen, visuellen oder taktilen Reizen gegenüber empfindlicher oder unempfindlicher sind als andere Leute. Diese Empfindlichkeiten sind bei jeder Person individuell. Es ist für Eltern und Lehrkräfte wichtig, die jeweiligen Empfindlichkeiten ihres Kindes zu kennen, um sein Verhalten besser zu verstehen und um zu wissen, über welche Sinneskanäle das Kind gerade Informationen aufnehmen kann.
04. 11. 2010 | Colin Müller, M.A.
Seit es das Konzept “Autismus” gibt, versuchen Forscher_innen herauszufinden, wie hoch die Prävalenz, d.h. die Häufigkeit von Autismus ist. Von den 60ern bis ca. Mitte der 80er Jahre wurde die Häufigkeit von Autismus in verschiedenen Studien auf 2-5 Autist_innen auf 10.000 Personen geschätzt. Ende der 80er Jahre wurde die Definition von Autismus ausgeweitet: das Asperger-Syndrom sowie “PDD-NOS” (aka atypischer Autismus) kam ins Spiel. Dadurch bekamen mehr Personen Diagnosen aus dem Autismus-Spektrum. (more…)
03. 11. 2010 | Autismus-Kultur
Eine Liste der uns bekannten Autobiografien von Eltern autistischer Kinder. Eine Aufnahme in die Liste stellt keine Wertung dar; besonders lesenswerte Bücher sind gekennzeichnet.
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27. 10. 2010 | Autismus-Kultur
Die Liste ist eine Sammlung aller uns bekannten, aktuell erhältlichen Autobiografien von Personen im Autismus-Spektrum in deutscher Sprache. Eine Aufnahme in die Liste stellt keine Wertung dar; besonders lesenswerte Bücher sind gekennzeichnet.
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